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Abendkirche

30.05.2021 (18:00)

 

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Unser Glaube - Geld spielt (k)eine Rolle

Geld, meinte mal jemand, sei eine „seltsame Bestie“: „Eigentlich ist es als reines Werkzeug definiert: Es soll Zahlungsmittel sein, mit dem man z.B. einen Einkauf begleicht. Oder es ist Wertaufbewahrungsmittel, mit dem man Ersparnisse für zukünftige Einkäufe oder Investitionen anlegt. Es ist auch ein Wertmesser, ein Maßstab der Dinge, mit dessen Hilfe Preise notiert werden, zu denen man sich die Waren, Wertpapiere oder ähnliches erwirbt. Geld transportiert Kaufkraft vom Hier und Jetzt in die Zukunft. Es ist ein Werkzeug, das unser tägliches Leben vereinfachen, oder wie die Ökonomen sagen: die Transaktionskosten senken soll.“
Ja: eigentlich!  Eigentlich ist Geld wertneutral. Aber um Geld und geldwerte Vorteile werden Kriege geführt und Kapitalverbrechen begangen. Geld ist verführerisch, und im Umgang damit ist ein hoher Grad an Verantwortung gefragt.
Auf dem Hintergrund, dass zu seiner Zeit das Seelenheil käuflich zu erwerben war, hatte Martin Luther ein schwieriges Verhältnis zum Geld. Gott und Gnade sind nicht käuflich, war seine Überzeugung. Entsprechend schlecht war er auf geistliche wie weltliche Geschäftemacher zu sprechen. Er nannte sie „Geizwänste“ und „Wucherer“, die seiner Ansicht nach an den Galgen gehörten. Luthers Theologie, wurde in einem Beitrag der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) gefolgert, sei mit dafür verantwortlich, dass evangelische Christen bis in die Gegenwart eine tiefe Abneigung gegen wirtschaftlichen Erfolg verspürten. Gewinnorientiertes Unternehmertum habe es deshalb bei „Kirchens“ eher schwer, unterdrückte und ausgebeutete „ArbeitehmerInnen“ dagegen seien per se auf der richtigen Seite. Eine tatsächlich verbreitete Sicht, die allerdings ideologisch bestimmt ist.
Dass gewinnorientiertes Unternehmertum auch segensreich wirken kann, zeigt das Beispiel des 2014 verstorbenen Schuhfabrikanten Heinz-Horst Deichmann. Das von ihm gegründete Hilfswerk „Wort und Tat“ unterstützt 250.000 bedürftige Menschen auf 3 Kontinenten mit den Schwerpunkten Bildung, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Nothilfe. Ein beeindruckendes Projekt, das sein Sohn Heinrich Otto Deichmann, ebenso wie sein Vater im Glauben verankert und durch ihn motiviert, in dessen Sinne weiterführt.

Über Geld spricht man nicht? Jesus hat es getan, und zwar auffällig oft. Schlägt man in der Bibel das Buch der Sprüche auf, liest man in fast jedem Kapitel Aussagen, die etwas mit Geld und Besitz zu tun haben. Deshalb ist Geld für Christen kein Tabuthema.
Unser Gast in der Abendkirche am 30. Mai, Dietmar Chudaska, schreibt uns zu seinem Thema: „Mir ist aufgefallen, dass Jesus an vielen Stellen Geldbeispiele aufgreift, um Grundzüge des Glaubens zu verdeutlichen. Demgegenüber betonen wir das Geschenkte in der Nachfolge (sola gratia). Und dann ist es im Alltag ein Minenfeld, das man betritt, wenn es um den Reichtum, die Rücklagen der Kirche geht. Armut ist für manche ein Ideal, nach dem sie aber selbst ungern leben möchten. Gibt es hier einen Handlauf, an dem wir uns festhalten können, wenn es um den Umgang mit Geld geht?“

Dietmar Chudaska war zuletzt im März 2007 bei uns zu Gast. Als Pfarrer der Kirchengemeinde Gladbeck-Rentfort-Zweckel war er von 2002 bis 2020 nebenamtlicher Superintendent seines Kirchenkreises. In dieser Zeit hatte er auf Grund schwindender Finanzen, des demographischen Wandels und einer Pensionierungswelle unter den Pfarrern den schwierigen Prozess der Fusion der beiden Kirchenkreise Gladbeck-Bottrop-Dorsten und Recklinghausen zu moderieren. Im eigenen Kirchenkreis gilt sein besonderes Engagement der Flüchtlingsarbeit. Übergemeindlich hält er durch die „Stiftung Stellwerk“ als deren Stiftungsratsvorsitzender enge Kontakte zum Partnerkirchenkreis Mashariki in Tansania. Dort hat sich die Stiftung die Betreuung von AIDS-Waisenkindern zur Aufgabe gemacht. Ein anderes Projekt, das ihm am Herzen liegt, ist die Arbeit des Kindererholungszentrums „Nadeshda“ („Hoffnung“) in Weißrussland. Dort leben Kinder und Jugendliche in den kontaminierten Gebieten der Umgebung von Tschernobyl. An Ort und Stelle ist viel Aufbauarbeit nötig in den Bereichen Handwerk, Bergbau, Elektro-, Klima- und Schweißtechnik. Pensionierte Fachkräfte aus Bottrop sind dort, entsandt durch ihren Kirchenkreis, in ihrem „Ruhestand“ im Einsatz. Auf Reisen nach Tansania und Weißrussland hat Pfarrer Chudaska sich mit den Situationen vor Ort vertraut gemacht.

Die Musik des Abends wird Sie auch diesmal bewegen. Bekannte Worshiptitel und Popsongs auf musikalisch gewohnt hohem Niveau bieten uns unsere Abendkircheband mit der Solistin Rosa Kremp.
Wir freuen uns auf Sie und auf die Gäste, die Sie mitbringen!


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